Burgen & Ruinen




In Hessen und insbesondere im Marburger Land finden sich bis heute noch zahlreiche Burgruinen 

und Schlösser. Manche Burgruinen sind noch gut erhalten, einige nur teilweise, andere könnt Ihr nur anhand von Wegweisern, Ortsnamen oder mit Hilfe von Geschichtsbüchern selbst aufspüren. 

Habt Ihr Euch auf diese Suche gemacht und den früheren Standort einer Burg erreicht, 

so spürt Ihr es unmittelbar. Eine ungewöhnliche Stille umschließt die Natur  an diesen Orten. 

Vielleicht ist ein kleiner Windstoß oder ein Knistern im Unterholz Auslöser und Begleiter Eurer Gedanken auf dem Weg in eine vergangene Zeit. Die verdichtete Geschichte dieser Orte wird für jeden Besucher erfahrbar, während die eigene Fantasie die magische Stimmung verstärkt. Bei solch spannenden Entdeckungen nehmt Ihr am Ende immer eine einzigartige und tief berührende Meditationserfahrung mit zurück in den Alltag.


Burgruinen Hohenfels

12. - 13. Jahrhundert

Geschichte

Die Entstehung der Doppelburganlage wird im 12. oder 13. Jahrhundert vermutet. Die Burgen waren der Wohnsitz des Adelsgeschlechts von Hohenfels.

Die einzelnen Teile sind nach und nach entstanden. Ende des 13. Jahrhunderts wurde sie allerdings schon nicht mehr bewohnt und vermutlich durch Heinrich I. - Sohn von Sophie von Brabant - zerstört und ist dann mit den Jahren zerfallen. Von der Westburg ist so gut wie nichts mehr zu sehen, aber Teile der Ostburg wie ein Stück Ringmauer, der vermutete Eingang und der Gewölbekeller konnten wieder freigelegt werden.

 

Ausführliche Hinweistafeln vor Ort geben einen umfassenden Überblick über die Geschichte und den Aufbau der Burganlage.

Lage 

Wir befinden uns in den bewaldeten Hügeln zwischen Buchenau und Allendorf am Hohenfels im Lahntal.

In leichten Serpentinen führt ein Waldweg immer weiter aufwärts.

Die Ruinen verstecken sich geheimnisvoll mitten im Wald. Sobald wir uns der vermuteten Stelle nähern, lässt sich schon erahnen, dass dort etwas sehr Altes auf uns wartet.

Nachdem wir die Informationstafel hinter uns gelassen haben und beginnen den Gipfel des kleinen Hügels zu besteigen,  herrscht

um uns herum nichts als Stille. Die besten Voraussetzungen dafür, in eine andere alte Welt einzutauchen.

 

Halb zerfallen lugen Teile der freigelegten Burgmauern vor uns aus dem Waldboden. Es ist bemerkenswert, wieviel nach so vielen Jahren von der Burganlage noch erhalten ist.

Der Ausgangspunkt für die Suche nach den Burgruinen ist der Friedhofsparkplatz in Allendorf, kurz nach dem Abzweig Carlshütte von der B62 bei Buchenau. Dort geht ihr links am Friedhof vorbei hinein in den Wald.

Am Spannendsten ist es immer, den Weg und die Ruinen selbst zu finden, daher möchte ich nicht allzu viel verraten.

Zauberpflanzen

Auf dem Weg nach oben, könnt Ihr - je nach Jahreszeit natürlich - auch alten Zauberpflanzen begegnen, die die Mystik dieses Ortes noch unterstreichen. Es sind vor allem Tollkirschen, die den Weg säumen. Die "Belladonna" ist ein giftiges Nachtschattengewächs und galt als magische Pflanze, da sie nach der Einnahme die Pupillen vergrößert und halluzinierende Zustände hervorruft. Sie wurde im Mittelalter, und auch heute noch, in der richtigen Dosierung als Heilpflanze genutzt.

Bauweise

Hier kann man noch hervorragend erkennen, wie einst die Schiefer-Steine übereinander geschichtet wurden. Kaum zu glauben, dass sie bis auf ein paar Ausbesserungen beim Fund, seit bald 800 Jahren in der Form aufeinander liegen.

Kleine Details

Neben Maiglöckchen und Waldmeister haben sich auch die kletterfreudigen Walderdbeeren die Burg zurückerobert. Burg und Wald existieren in beiderseitigem Einvernehmen seit Ewigkeiten gemeinsam.



Burgruine Weißenstein

9. - 11. Jahrhundert

Geschichte

Die ersten Siedlungsnachweise sind noch weit vor das Mittelalter datiert. Nämlich ungefähr auf das 6. bis 4. Jahrhundert v. Chr., hiervon zeugen zum Beispiel keltische Fundgegenstände wie Tonscherben.
Im Mittelalter entstand dann eine neue Burg, die zwischen dem 9. und 11. Jahrhundert in mehreren Umbauphasen erweitert wurde. Am Ende hatte sie wohl einen fünfeckigen Turm.

Die Burg soll bereits Anfang des 12. Jahrhunderts beim Erbfolgekrieg von Sophie von Brabant zerstört worden sein.

Lage

Verborgen auf einem mit Kiefern bewachsenen Hügel liegt bei Wehrda mit Blick auf das Marburger Schloss die Burgruine "Weißenstein". Sie liegt am Rande des Wehrdaer Teils der "Weinstraße" und knapp oberhalb der Lahnbiegung, nachdem diese hinter Cölbe wieder den Weg Richtung Marburg einschlägt. Manch einer fährt tagtäglich an ihr vorbei auf dem Weg von oder nach Goßfelden und ahnt gar nicht, was ein geschichtsträchtiges Bauwerk dort über einem im Wald schlummert.

 

Den Namen erhielt sie von dem weißen Sandstein, aus dem der Hügel hauptsächlich besteht.

Der Sage nach...

...soll hier einst ein Riese sein Unwesen getrieben und den Wehrdaern unruhige Zeiten beschert haben. Bis sie es wagten, ihn zu überwältigen und zu töten. Doch nicht bevor er noch das vergoldete Burgtor den Berg hinab in die Lahn werfen konnte.

Die Burgruine "Weißenstein" wurde jedoch gleich mit mehreren Sagen überliefert. Die Wehrdaer wurden einst von einem grausamen Ritter gequält, der seine Aufgaben als Lehnsherr mehr als genau nahm und den Wehrdaern jeglichen Pfennig abknöpfte. Nach dem Brandmarken und Auspeitschen eines  als "Wilddieb" beschimpften Bauern, beschlossen sie Rache zu nehmen und planten eine Falle. Bei einem bei dem Ritter beliebten Schwerttanz, überfielen sie ihn und töteten alle seine Leute und ihn selbst. Bei der Zerstörung der Burg, wurde das goldene Spinnrad vom Burgfräulein in die Lahn hinab geworfen.

Alle sieben Jahre soll es wieder aus dem Wasser kommen und golden emporsteigen.

Beide Sagen enden also mit etwas Goldenem im Wasser, was möglicherweise immer noch in der Lahn schlummert und jederzeit sichtbar werden kann...



Burgruine Blankenstein

13. - 18. Jahrhundert

Geschichte

Ungefähr 1237 soll die Burg anstelle einer älteren Version erbaut worden sein. Wenig später, bei der Eroberung der Burganlage durch Sophie von Brabant, ist sie gleichzeitig auch zerstört worden. Sophie genehmigte jedoch ihren Wiederaufbau. Sie erfüllte eine wichtige Aufgabe zur Sicherung der alten Höhenstraße.

Im Gegensatz zu den anderen Ruinen, wurde die Burg Blankenstein relativ lange noch genutzt. Erst zwischen Mitte des 17. und Mitte des 18. Jahrhunderts wurde sie nach und nach abgebrochen. 

Lage

Eingebettet in die Hinterländer Schweiz liegt verlassen und einsam die Ruine der ehemaligen Burg Blankenstein.

An diesem Punkt werden Natur und Geschichte wunderbar vereint.

Sie ist auf einem großen Plateau auf einem bewaldeten Hügel platziert. Sie gehört landschaftlich zum Naturpark Lahn-Dill-Bergland und zu ihren Füßen liegt die Kneippheilbadstadt Gladenbach.

Die weiße Frau vom Blankenstein

Die schöne und stolze Tochter des reichen Burgherrn ließ ihre zahlreichen Verehrer bei Missfallen durch eine unerfüllbare Mutprobe in den Tod gehen. Durch einen Ritt den steilen Abhang hinunter verloren alle ihr Leben. Leider auch derjenige, den sie sich am Ende auserwählt hatte, denn sein Stolz hielt ihn nicht davon ab, sich damit als Ritter zu beweisen. Dies grämte sie selbst zu Tode und ließ sie keine Ruhe finden. Ihr unruhiger Geist soll noch heute den Bewohnern in den Mitternachtsstunden erscheinen. 



Burgruine Frauenberg

13. Jahrhundert

Geschichte
Die mittelalterliche Burgruine Frauenberg aus dem 13. Jahrhundert liegt auf einem Gipfel am Rande der Lahnberge und des Amöneburger Beckens. Von dort oben hat man einen atemberaubenden 360° Blick.

Im Frühling erstrahlt die Ruine nacheinander in sattem weiß der Schlehenblüte, die dann von der Blüte des Weißdorns abgelöst wird.

Die mittelalterliche Geschichte und die exponierte Lage dieses Ortes macht ihn schon zu einem magischen Platz, kommen nun noch weiße, duftende Blütenwolken hinzu, kann man ihn kaum übertreffen.


Naturschutzgebiet

Der Bereich rund um die Ruine ist zudem Teil des Naturschutzgebietes "Frauenberg bei Beltershausen" mit wertvollen Magerrasen, besonderer Felsvegetationen an dem ehemaligen Basaltsteinbruch und naturnahem Laubwald.


Burgruine Amöneburg & Wenigenburg

Die beiden mittelalterlichen Ruinen liegen jeweils auf einem Hügel der Basaltkuppe der Amöneburg. Sie ist ein Vulkanschlot des Vulkangebietes Vogelsberg. Eine atemberaubende Aussicht rundherum ins Amöneburger Becken und eingeschlossen von dem ältesten Naturschutzgebiet Hessens, runden den einzigartigen Komplex ab. Auf dem linken größeren Hügel befindet sich im vorderen Teil die Ruine der Amöneburg. Auf dem kleineren Hügel rechts die weitaus verfallenere Ruine der Wenigenburg. Die beiden Hügel sind heute gut erschlossen und miteinander verbunden.

Damals war die Lage, mit Blick auf sich nähernde mögliche Feinde natürlich besonders vorteilhaft. Fruchtbares Ackerland machten diesen Platz zu einer idealen Siedlungsstätte. Durch das Zusammentreffen einiger bedeutender Heer- und Handelsrouten hatte die Amöneburg eine wichtige strategische Funktion. 
Ihren Namen erhielt die Amöneburg von der am Basaltkegel vorbeifließenden Ohm (="Amana").


Amöneburg
5. Jh. v. Chr. bis 12. Jahrhundert

Bereits zu keltischen Zeiten war die Amöneburg als Stadt befestigt, über die Jahrhunderte wurde das Amöneburger Schloss weiter ausgebaut samt Schlossgraben, Mauern und Zugbrücke. 721 gründete Bonifatius das dortige Kloster, im gleichen Jahr wurde die Burg erstmals als "Amanaburch" urkundlich erwähnt. Im 12. Jahrhundert kam die Ringmauer mit Toren und Türmen dazu. Ab diesem Zeitpunkt diente es als Verwaltungssitz des Erzbistums Mainz. Im 30-Jährigren Krieg ist sie 1646 zerstört worden und seit 1820 eine Ruine.


Wenigenburg
12. Jahrhundert

Die Wenigenburg wurde auf dem "weniger großen" vorgelagerten Hügel als Vorburg des Mainzer Schlosses "Amöneburg" erbaut.
Seit 1491 soll sie schon eine Ruine gewesen sein. 

 

Trotz ihrer weniger pompösen Lage bestand die Burg aus einem Wohngebäude mit Gewölbekeller und mehreren Türmen.

 

Die Ruinen-Teile liegen im Gegensatz zur großen Burg verwunschen und versteckt auf dem bewaldeten kleinen Hügel.



Calderner Ruine im Lahntal

10. Jahrhundert

Mehr über die Ruine der Calderner Burg erfahrt ihr in der Kategorie "Magische Orte - Historische Plätze". Denn hier ist zwar an Mauerwerk kaum noch etwas zu sehen, jedoch umso mehr zu spüren. Dort ist die Fantasie gefragt und anhand der Geschichte, die man hier zu lesen bekommt und den Gegebenheiten des Ortes, taucht man gerne gedanklich ins Mittelalter ein. Im Mai, wenn der Waldmeister blüht, ist dieser Ort besonders magisch.




Buchquellen:

"Hessische Sagen", Emil Schneider, 1892

"Lebendiges hessisches Hinterland", Band 2 - Heimatliches aus und um Gladenbach, Otto Acker, 1982


Kommentare: 9
  • #9

    Anja Michel (Sonntag, 04 August 2024 21:55)

    Findet der mittelaltermarkt am 7./8.9. in Marburg dieses Jahr statt?
    Ich habe im Internet widersprüchliche Informationen gefunden.
    Viele Grüße, Anja

  • #8

    Anise (Freitag, 23 Februar 2024 21:52)

    Wow, breathtaking vibes and Spots Full of Energy.
    Keep up with the good work..
    See you soon


  • #7

    Victoria lavinn (Mittwoch, 06 Dezember 2023 18:07)

    This page is just wonderful! So much worth,time and love put together. The products, Juwelier,the recipe’s, all together combined in such beautiful place. Marburg ❤️

  • #6

    Andreas Matusch, Marbach (Montag, 26 Dezember 2022 18:34)

    Glückwunsch zu dieser Sammlung dramatisch schöner Fotos unserer Dramatisch schönen Märchenlandschaft direkt vor der Haustüre in Preisverdächtiger Webseitengestaltung. Diese Natur- und Kulturschätze, die Fülle des Lebens darin gilt es zu erhalten und zu verteidigen. Dafür kämpfen viele andere seit Jahrzehnten, ich seit nunmehr 13 Jahren mit zunehmend professioneller Bauverhinderung. Ihre Bilder zeigen - es Lohnt sich, es war richtig so.

  • #5

    VIBE (Montag, 28 November 2022 11:39)

    die Bestellung hat super schnell und reibungslos geklappt !

  • #4

    Sina (Dienstag, 08 November 2022 14:38)

    Wow!!!
    Das ist so eine tolle Homepage und lässt Marburg in ganz neuen Farben erstrahlen!
    Ich freue mich schon auf den Schmuck! :-)
    Viele liebe Grüße

  • #3

    Inari (Donnerstag, 08 September 2022 15:42)

    danke für die kurzweil, dabei länger Geblieben als gedacht. !
    Jetzt auch wieder auf dem weg.

  • #2

    Heimdall (Mittwoch, 27 April 2022 21:28)

    danke für den magischen Austausch.

  • #1

    Hekate (Mittwoch, 27 April 2022 12:39)

    Auf der durchreise Rast bei dir gemacht.