Hier erfahrt Ihr Wissenswertes über
eines der interessantesten und prägendsten Zeitalter der Geschichte:
das magische Mittelalter
Eine exakte "Von-Bis"-Angabe kann man über das Mittelalter nicht machen, darüber sind sich Historiker nach wie vor uneins. Man kann aber ungefähr von der Zeitspanne 500 bis 1500 nach Chr. ausgehen. Der Beginn und das Ende variieren stark, was vermutlich daraus resultiert, dass sich die Gegenden in Europa unterschiedlich langsam oder schnell entwickelt haben. Uneinig ist man sich auch darüber, ob man diese Epoche in Früh-, Hoch-, und Spätmittelalter einteilen kann. Die Einteilungen orientierten sich an Aufschwung, Niedergang und Umbrüchen der Herrscherhäuser.
Auch das Klima spielte im Mittelalter eine große Rolle. Im 12. bis 14. Jahrhundert erwärmte sich das Klima so sehr, dass das Land ertragreicher und fruchtbarer war und den Nahrungsbedarf deckte, sodass die Menschen immer größer wurden und länger lebten. Historiker sprechen hier von einer "mittelalterlichen Warmzeit". Diese endete durch die "kleine Eiszeit" Anfang des 15. Jahrhunderts.
Einige werden diese Bezeichnung eher mit etwas Negativem assoziieren. Denn oft hört man von Situationen oder Dingen, die "wie im Mittelalter" rückständig oder als grausam gesehen werden.
Diese Eindrücke beruhen natürlich darauf, dass da auch etwas Wahres dran ist, wenn man einmal die unhygienischen Zustände, Armut der Bauern, Folterkammern und die Hexenverfolgungen betrachtet. Dennoch kann man die sagenhafte Epoche nicht einfach in eine dunkle Schublade stecken. Tausende Dörfer und Städte sind in dieser Zeit entstanden und es gab eine Blütezeit in Wirtschaft, Handel, Handwerk und Kunst. Zahlreiche technische Erfindungen stammen aus dieser Zeit. Die Bevölkerung wuchs in Deutschland um etwa 11 Millionen Menschen.
Noch heute sind Teile der mittelalterlichen Stadtmauern erhalten.
Das Kalbstor im Westen der Oberstadt und der darüber liegende Bettina-Turm, sowie der Hundsturm und Teile der südlichen Stadtmauer am "Garten des Gedenkens".
In der unterhalb des Schlosses verlaufenden Ritterstraße, siedelte der Landgraf seine Ritter an,
die Aufgaben in Verwaltung, Militär und Politik ausübten.
Wege - Der Marburger Landkreis ist im Mittelalter von vielen wichtigen, historischen Straßen durchkreuzt worden. Die Bedeutendste von Norden nach Süden, von Paderborn bis Mainz, verlaufende Route war die „Weinstraße“ (ursprünglich „Wagen“-Straße), die im Westen von Marburg vorbei an Wehrda und Michelbach, Wehrshausen, Ockershausen und weiter Richtung Niederweimar.
Von West nach Ost verlief die „Niederrheinische Straße“ über Altenkirchen bis zur Amöneburg.
Diagonal kam dann noch die „Lange Hessen“, die über Kirchhain und Gießen ging und auf der bereits der Hl. Bonifatius und auch Martin Luther reiste. Besonders im Amöneburger Becken liefen viele dieser Straßen zusammen.
Der wichtigste Zugang zur Stadt erfolgte über die heutige Weidenhäuserbrücke, die damals noch als "Lange Brücke" Bezeichnet wurde.
Kirchen - Die älteste und noch existierende Kirche in Marburg ist die Kilianskapelle, erbaut 1180. zeitgleich existierte ein romanischer Vorgängerbau anstelle der heutigen Marienkirche, die als erste Pfarrkirche erst 1227 erbaut wurde. Die Elisabethkirche entstand in den Jahren 1235-1283 und das Michelchen als Wallfahrtskapelle 1268.
Mehr als 1000 Jahre blieb das Lehnswesen im Einsatz. Es bestand aus einem Treueeid zwischen dem herrschenden König und seinen adeligen oder geistlichen Gefolgsleuten. Sie bekamen Land gestellt, welches sie verwalten sollten und auf dem sie unter dem Schutz des Königs lebten. Im Gegenzug schworen sie auf Lebenszeit einen Eid, dem König im Krieg zu folgen. Unter den Lehnsverwaltern standen die Bauern, die ebenso vom Lehnsherrn Schutz erhielten und im Gegenzug ihre Abgaben leisteten. Zusätzlich zu ihren eigenen täglichen Aufgaben, die Familie zu versorgen, mussten sie in Form von Frondiensten das Lehn mit ihrer Arbeitskraft unterstützen.
"Deine Feinde sind meine Feinde. Deine Freunde sind meine Freunde. Ich will dir allzeit treu zugetan und für dich da sein, wenn du mich brauchst." - ein damaliger Lehnseid.
Im Mittelalter war man an seinen Stand gebunden. Man wurde in ihn hineingeboren. Und das konnte man sein Leben lang nicht ändern. Die meisten Bauern dachten aber, dass diese gesellschaftliche Ordnung von Gott gewollt war und waren dankbar für ausreichend Essen und Schutz. Als später jedoch die Abgaben Überhand nahmen, gab es immer mehr Bauernrevolten.
Ab dem 7. Jahrhundert begann die Gründung der Orden und an die 1000 Klöster entstanden in dieser Zeit. Die Mönche und später auch die Nonnen hielten strikt die Vorgaben "Ora et labora" ein, und lebten in Armut, Enthaltsamkeit und Gehorsam. Sie betrieben ihren eigenen Acker- und Gartenbau um das Kloster zu versorgen.
Eine sehr bedeutende Aufgabe war zusätzlich die Versorgung von Reisenden und Kranken mit Speisen und Medizin aus den selbst angebauten Heilkräutern des Klostergartens.
Dabei war und ist das Wissen, welches hinter den Klostermauern wuchs sehr wertvoll. Denn damals waren sie fast die Einzigen, die das Lesen und Schreiben beherrschten und sorgten dafür, dass die Überlieferungen der Antike in Form von lateinischen Schriften erhalten blieben.
Die Buchkunst war hier ein fester Bestandteil der täglichen Arbeiten. Aber auch andere Themen wie Musik, Astronomie und Mathematik wurden in den Klosterschulen gelehrt.
Einfach war es nicht, während der Christianisierung alle Völkerstämme von Gottes Wort zu überzeugen.
Besonders schwierig gestaltete sich dies bei den Germanen, die von ihren alten Göttern nicht so leicht abschwören wollten.
Meist kam diese Aufgabe Mönchen aus Schottland, Irland und England zu, darunter auch der in Deutschland sehr bekannte Heilige Bonifatius.
Der Deutsche Orden gründete sich 1189 während der Kreuzzüge, der auch kurzerhand vom Papst zum Ritterorden ausgerufen wurde und gegen die Slawen in den Krieg zog, um auch diese zu bekehren. Der Orden besiedelte das Land (Teile Polens, Russlands, Lettlands usw.) und wurden immer mächtiger.
In Marburg übernahm der Deutsche Ritterorden 1234 von den Franziskanern das Elisabethhospital. Sie gaben den Auftrag eine für die Würdigung Elisabeths geeignete Kirche zu errichten. Von einem neu errichteten Hospital samt Kapelle sind heute nur noch die Ruine Letzterer (Abbildung unten) vorhanden. An der Nordseite der Elisabethkirche stehen noch die Wohngebäude der Ordensbrüder, die heute von der Universität genutzt werden.
Burgen wurden aufgrund der jeweiligen Landschaft immer auf unterschiedliche Weise errichtet. Aber etwas hatten alle gemeinsam - die militärische Strategie. Sie wurden möglichst hoch auf Bergen und Hügeln mit einer guten Rundumsicht und als Schutz vor Angriffen gebaut. War dies einmal nicht möglich, wurde die Festung von einem Wassergraben umschlossen. Jede besaß einen Bergfried - ein großer Turm, der als Aussichtspunkt und anfangs noch als Schlafgemach des Burgherren diente. Die Burgen wurden von einer hohen Steinmauer mit Wehrgängen eingerahmt.
Trotz des harten Lebens, war auch nicht alles so grau wie man denkt. Gerade die herrschaftlichen Räumlichkeiten waren gemütlich und mit großen, bunten Wandteppichen dekoriert. Im Winter jedoch konnte es recht kalt und zugig werden, da die Fenster nur mit Fellen verdeckt waren und auch nicht jeder Raum beheizt werden konnte. Licht spendeten dann nur Öllampen oder Fackeln. Kerzen gab es anfangs noch selten. Aufgrund des großen Gefolges der Burgherren herrschte meist reger Betrieb.
Auch damals waren gute Tischmanieren schon wichtig und es hieß:
"Kein Edelmann soll mit einem anderen zusammen von einem Löffel essen. Beim Essen rülpst man nicht und schnäuzt auch nicht in das Tischtuch. Man soll auch nicht gleichzeitig reden und essen wollen."
War es ein offizielles Festessen des Burgherrn, wurde dabei reichlich musiziert und und es wurde üppig aufgetragen. Auch um damit den Reichtum zum Ausdruck zu bringen und besonders Gäste zu
beeindrucken.
Schon früh, manchmal sogar im Alter von sieben Jahren starteten die Adelsjungen an einem befreundeten Hof in ihre Ritter-Lehre. Diese betrug sieben Jahre und begann erst als Page, um die Umgangsformen zu erlernen, dann als Knappe, wo man einem Ritter als Assistent zugeteilt wurde, bis man letztlich mit der richtigen Ritter-Ausbildung beginnen durfte - Bogenschießen, Kämpfen in Rüstung mit Lanze und Schwert und Aufgaben wie die Versorgung der Pferde, bis man endlich nach weiteren vier Jahren zum Ritter geschlagen wurde.
Die Liebe oder vielmehr das Werben um eine junge Frau - in den meisten Fällen eine Minne, war bei den Rittern sehr beliebt. Eine Minne war eine adlige, heiratsfähige Dame. So wurde entweder mittels der wohlbekannten Minnegesänge um sie geworben oder bei Turnieren, welche so oder so gerne und regelmäßig abgehalten wurden.
Hl. Bonifatius ca. 673-754 n. Chr.
englischer Glaubensbote der Kirche, Klostergründer und Bischof (u.a. auf der Amöneburg und in Fulda)
Karl der Große 768-814 n. Chr.
König eines Teiles des Frankenreiches im Jahre 768, ab 800 erster Kaiser nach dem Ende des Römischen Reiches in Westeuropa, bis zum Tode 814 riesiges Reich von der Nordsee bis zum Mittelmeer.
Für seine Herrschaft war die Kirche seine größte Stütze und er bekehrte zahlreiche Menschen zum Christentum (leider nicht immer ohne Gewalt).
Er kümmerte sich um seine Untertanen, setzte sich für viele Neubauten und Bildung ein. Besonders hervorzuheben ist seine Einführung der Dreifelderwirtschaft, die in einem Jahr Sommergetreide, im nächsten Jahr Wintergetreide und im folgenden Jahr eine Pause vorsah. So blieb der Boden über Jahrzehnte fruchtbar und deckte so den wachsenden Bedarf der Bevölkerung. In seinen zahlreichen Eroberungskriegen kämpfte er stehts an der Seite seiner Männern. Nicht nur wegen seiner tatsächlichen Größe von zwei Metern, galt er also als "der Große".
Abbildung: Herrschermonogramm Karls des Großen (von Pixaby)
Hildegard von Bingen 1098-1179
Die Äbtissin, Naturforscherin, Mystikerin und eine der gebildetsten Frauen und die Bedeutendste des Mittelalters.
Sie glaubte an den Ursprung jeder Krankheit im Geist, denn Körper, Geist und Seele sind für sie untrennbar verbunden. Krankheit sei ein Zeichen des Ungleichgewichts dieses Zusammenspiels gewesen.
Kaiser Friedrich I. "Barbarossa" 1122-1190
herrschte 38 Jahre über das deutsche Reich, verhielt sich stets wie ein edler Ritter, geriet in erbitterten Krieg um die Herrschaft in der Lombardei und war an den Kreuzzügen beteiligt.
Walther von der Vogelweide ca.1170-1230
wichtigster Lyriker im deutschsprachigen Raum des Mittelalters und bekannter Minnesänger
Paracelsus (Theophrastus Bombast von Hohenheim) 1493-1541
war ein berühmter Schweizer Mediziner und Philosoph und erfolgreicher, aber auch umstrittener Alchemist
Heilige Elisabeth, Landgräfin von Thüringen 1207-1231
Königstochter Ungarns, Ahnfrau des hessischen Fürstenhauses und eine der berühmtesten Heiligen aus dem Mittelalter galt einst als edelste Frau Marburgs, die in ihrer leidenschaftlichen Aufopferung den Armen und Kranken gegenüber, die Anfänge der Stadt außerordentlich geprägt hatte. Ihr großartiges Wirken und Ihre vollbrachten Wunder verbreiteten sich schnell und sie wurde bereits kurz nach ihrem Tode (im Alter von 24 Jahren) 1235 heiliggesprochen. Zu ihren Ehren entstand die Elisabethkirche. In relativ kurzer Zeit gründete sie ein Hospital, welches der Anfang für eine 800-jährige Ära des Dienstes an der Gesundheit des Menschen in Marburg einläutete.
Sophie von Brabant 1224-1275
Die Tochter der heiligen Elisabeth setze sich im Erbfolgekrieg für die Rechte ihres Sohnes Heinrich I. ein und gründete 1247 in Marburg am Marktbrunnen Hessen. Marburg wird daher auch als "Wiege Hessens" bezeichnet.
Im Kampf um das Erbe der Landgrafenschaft zerstörte sie die umliegenden Burgen Blankenstein bei Gladenbach, die Burg Weißenstein bei Wehrda und man vermutet auch die Burgen Hohenfels im Lahntal. Die Burg Frauenberg hingegen ließ sie selbst errichten.
Konrad von Marburg ? -1233
Kreuzzugsprediger, Zuchtmeister der heiligen Elisabeth, Ketzerjäger;
1233 von den zahlreichen Feinden, die er sich mit seinen Handlungen machte, in Marburg ermordet.
Philipp I. von Hessen (Der Großmütige) 1504-1567
er wurde zwar bereits zum Ende des Mittelalters geboren, aber läutete durch die Gründung der Universität 1527 die
Neuzeit ein. Aus einer Wallfahrts-Stadt wurde eine Stadt der Wissenschaft. Er führte die Reformation ein und aus den Klöstern wurden Lehrstätten der Universität. Er residierte hauptsächlich in
Kassel, war aber auch sehr oft in Marburg.
Sie sind der Teil des nordischen Volkes, der von dort auf Raubzüge über den Seeweg ging. Eigentlich war dies ursprünglich als Brauch gedacht, sich zum Mann zu entwickeln und mit einer Abenteuerreise ins Erwachsensein zu starten. Danach sollte ein normaler Beruf gelernt werden. Doch einige schafften den Absprung nicht und kehrten nie in die Gesellschaft zurück. Im 9. Jahrhundert, von 834 bis 934 ließen die Wikinger die Bewohner der Städte an Küsten und Flüssen in großer Angst leben. Ihre Schreckensperiode erlebte hier ihren Höhepunkt. Bis zu ihrer Stürzung, die mit der Eroberung ihres Hauptsitzes durch Heinrich den I. begann und mit ihrer Christianisierung 1016 endete, verehrten auch sie wie einst die Germanen ähnliche Götter.
Abbildung: Wikingerschiff von Pixaby
Zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert wurden die Christen von der Kirche dazu aufgerufen, ihren Glauben zu verteidigen und das heilige Land von den "Ungläubigen" zu befreien. Ritter, Bauern und auch Frauen und Kinder zogen insgesamt zu sieben erfolglosen und verlustreichen Kreuzzügen nach Palästina. Die zahlreichen Freiwilligen, denen die Vergebung der Sünden vom Papst versprochen wurde, hefteten sich ein Stoffkreuz als Merkmal an die Kleidung. Bei den Kreuzzügen verloren sie nicht nur eine Vielzahl an eigenen Mitstreitern, sondern plünderten und töteten auf ihrem Weg nach Jerusalem bereits mehrere tausend Menschen. Das heilige Land konnten sie am Ende nicht erobern.
Abbildung: Basilika des Heiligen Grabes, Jerusalem - Bild von Anna Sulencka auf Pixabay
Verfolgt und auf dem Scheiterhaufen als Ketzer verbrannt wurden ab dem 13. Jahrhundert all diejenigen, die sich vom christlichen Glauben abwendeten oder ihn anders praktizierten.
Als Hexe galt, wer sich gut mit Heilkräutern auskannte und in Verbindung mit Missernten, Krankheiten, Streitereien gebracht wurde. Kam es erstmal zum Prozess, bestand nicht mehr die geringste Chance.
Das Mittelalter war leider nicht das einzige Zeitalter dieser grausamen Taten. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts wurde dies auch hierzulande noch praktiziert.
Auch heute noch ist dies in einigen Kulturen in Afrika und Lateinamerika Brauch.
In Marburg wurden die Verdächtigen erst im Hexenturm neben dem Landgrafenschloss eingesperrt, bevor sie zu ihrer Verhandlung auf den Marktplatz gebracht wurden. Auch hier wurde die von den Inquisitoren der Kirche initiierte "Hexenprobe" bei der Weidenhäuser Brücke durchgeführt, indem die Verurteilte gefesselt in die Lahn getaucht wurde. Blieb sie über Wasser, war sie eine Hexe und wurde verbrannt, ging sie unter, starb sie, obwohl sie unschuldig war. Die Hinrichtung fand meist am Rabenstein statt.
Besonders vor der Christianisierung war der Glaube an Magie, an beseelte Naturwesen, Geister und magische Praktiken bei den mittelalterlichen Menschen nicht wegzudenken. Selbst bei normalen Gebeten oder Segnungen, wurden manchmal magische Rituale mit einbezogen. Bei der Vertreibung von Krankheiten waren stets Dämonen die Schuldigen, die ausgetrieben werden mussten.
Über die Jahrhunderte begleitende magische Gegenstände waren Edelsteine, Talismane und Amulette, die zum Schutz oder zur Heilung dienten. Der Gebrauch von Kräutern, Farnen und Moosen in Ritualen verstand sich von selbst. Eine bis heute noch sehr gebräuchliche Tradition ist das Räuchern.
Die Menschen im Mittelalter konnten sich vieles nicht so einfach erklären oder wie wir einfach nachlesen. Das meiste war ihnen nur durch Überlieferungen bekannt und Traditionen wurden strikt befolgt. Sie sahen sich früher mehr als ein Teil der Natur und somit waren Symbole und Vorzeichen in jeder Pflanze, jedem Tier und im Wetter sichtbar und ernst zu nehmen. Bis heute haben sich einige der damals existierenden Aberglauben gehalten, wie zum Beispiel eine schwarze Katze, Freitag der 13. und vieles mehr.
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Das 14. Jahrhundert begann so oder so schon mit einem Schauspiel mächtiger Naturgewalten, wie Stürme und Erdbeben. Da man damals diese Phänomene noch nicht erforscht hatte, glaubten alle, dass es Gottes Bestrafung sei und dass die Welt bald untergehen würde. Damit nicht genug, kam dann Mitte des Jahrhunderts der Ausbruch der Pest dazu. Sie äußerte sich in schwarzen Beulen und meist schnellem Tod. Sie rottete ca. ein Drittel der deutschen Bevölkerung aus.
Die Pest konnte jeden treffen, ob arm oder reich.
Die Ursache, nämlich unhygienische Zustände und somit eine Krankheitsübertragung durch Ratten und Flöhe, fand man erst 500 Jahre später heraus. Trotz der entstandenen Hungersnöte, blühte die Wirtschaft auf - durch die Freude überlebt zu haben.
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"Ich habe nicht die Hälfte von dem erzählt, was ich gesehen habe,
weil keiner mir geglaubt hätte."
Marco Polo (1254 - 1324), italienischer Seefahrer und Entdecker
Buchquellen:
"Deutsche Geschichte - Vom Altertum bis zur Gegenwart", Christian Deick, 2001
"Mittelalter ABC", Karfunkel-Verlag, 2011
"Marburg an der Lahn", W. Meyer-Barkhausen, Deutscher Kunstverlag
"Kräuterwissen aus alter Zeit", Burkhard Bohne, Stuttgart, 2021
"Im Mittelalter - Handbuch für Zeitreisende", Ian Mortimer, München, 2014
"Marburger Geschichte", E. Dettmering, R. Grenz, Marburg, 1980
"Leben im Mittelalter - Der Alltag von Rittern, Mönchen, Bauern und Kaufleuten", A. Großbongardt/J. Salzwedel, 2021, München
"Kulturdenkmäler in Hessen - Landkreis Marburg-Biedenkopf I", Landesamt für Denkmalpflege, Wiesbaden, 2002