Magische Tierwelt

Die Schmetterlinge

Als Symbol der Lebensfreude und der Leichtigkeit des Sommers sind die meisten Falter bei uns allseits beliebt und erfreuen uns durch ihren Tanz und ihre Farben während ihrer oft recht kurzen Lebenszeit.

Seit Kindheitstagen begleiten uns Schmetterlinge. Vermutlich sind sie für jedes Kind das erste faszinierende Insekt, das durch ihr buntes, umherflatterndes Erscheinungsbild wahrgenommen wird. 

Spätestens beim ersten Verliebtsein begegnen sie uns als "Schmetterlinge im Bauch" wieder.

Und wer sich wie ich glücklich schätzen kann, verliert nie so richtig das Interesse an diesen einzigartigen Geschöpfen, sondern möchte immer mehr erfahren und tiefer in die Thematik einsteigen.

 

Von majestätischen Familiennamen wie Ritterfaltern oder Edelfaltern, über Bezeichnungen der Tagfalter wie Waldportier, Apollo oder Admiral zu den teils lustig anmutenden Familiennamen der Nachtfalter wie Spanner, Spinner und Glucken. 😄

Im Folgenden möchte ich euch eine Auswahl unserer heimischen Schmetterlinge vorstellen, die ich in unserer Marburger Region schon getroffen habe. Ich hoffe, auch diese Sammlung noch weiter ausbauen zu können. Besonders Raupen fehlen mir noch.

Mittlerweile gibt es ca. 4000 Arten in Mitteleuropa,  weltweit sogar 160.000 Arten. Es werden immer noch neue Arten entdeckt, dafür sterben aber auch manch andere aus oder sind stark gefährdet.



Geschichte & Mythologie

 

Spätestens aus der Zeit des Tertiär- vor ca. 50 Millionen Jahren konnten ähnliche Arten wie die der heutigen Schmetterlinge nachgewiesen werden. Doch auch weit davor muss es sie schon gegeben haben.

Seit Jahrhunderten versuchen Wissenschaftler ein System zu schaffen, die Schmetterlinge zu erfassen. Einen wichtigen Meilenstein erlangte der schwedische Naturforscher Carl von Linné in seinem Werk „Systema naturae“, welches er selbst immer wieder überarbeitete und bis heute die Basis für die Einordnung von Tier- und Pflanzengruppen bildet.

Natürlich wurden auch die Schmetterlinge über die Jahre je nach neuesten Erkenntnissen innerhalb ihrer Familien auch mal umsortiert oder umbenannt. In manchen Büchern findet man daher noch mehrere botanische Bezeichnungen. Die Namen setzen sich immer aus dem Gattungsnamen und dem Artnamen zusammen, wobei sich letzterer auf den Entdecker oder eine bestimmte Pflanze beziehen kann.

 

Mythologie
Auch dem Reich der Schmetterlinge haftet etwas Mystisches an. So scheint es zumindest, wenn man sich die Bezeichnung "Schmetterling" oder "Butterfly" genauer anschaut und den Überlieferung aus Aberglauben & Co nachgeht.

So nimmt der Wortteil "Schmetten" Bezug auf den Schmand (anderes Wort dafür) - auf den es einige Arten gerne abgesehen haben. So sollen die Schmetterlinge Milch, Butter oder Molke gestohlen haben, was gerne mit dem Werk von Hexen assoziiert wurde.
Bis Anfang des 18. Jahrhunderts war es noch gebräuchlich einfach Tag- und Nachtvögel zu den Faltern zu sagen.


Aufbau der Schmetterlinge

Natürlich könnte man hier bis ins kleinste Detail gehen, um die kleinen flatternden Wunder genauestens zu beschreiben. Im Folgenden sollten aber die wichtigsten Aspekte genannt werden.

 

Wie bei allen anderen Insekten besteht der Körper (Kopf, Brust, Hinterleib) der Schmetterlinge aus einem Skelett aus Chitinplatten, die in miteinander verbundenen Ringen angeordnet sind.

Am Kopf befinden sich die Facettenaugen, die Mundwerkzeuge und ein Paar Fühler. Letztere gibt es in verschiedenen Ausführungen (fadenförmig, gekeult, gesägt, gefiedert) und können sogar zwischen Männchen und Weibchen variieren. Dabei haben die Tagfalter keulenförmige und die Nachtfalter fedrige Fühler. Sie sind hauptsächlich für den Geruchssinn zuständig.

Mit dem Rüssel können sie flüssige Nahrung in Form von Nektar aus den Blüten heraussaugen.

Die Augen sind jeweils aus sechseckigen Einzelaugen zusammengesetzt, sodass sie ihre Umgebung wie durch ein Raster wahrnehmen.

Am Brustabschnitt sind neben den Beinen, die in der Regel getrennten Vorder- und Hinterflügel befestigt. Durch einen speziellen Kupplungsmechanismus werden diese zusammengehalten. Dachziegelartige Schuppen sind in Form von kurzen Haaren auf den Flügeln angeordnet. Jede Schuppe hat dabei ihre eigene Farbe. Für den schimmernden Effekt sind nicht die Farbpigmente verantwortlich, sondern eine Lichtbrechung der speziellen Strukturen in den Schuppen. Bei vielen Faltern sind dort außerdem Duftschuppen untergebracht, die auf ihre Geschlechtspartner betörend wirken.

Eine Besonderheit des Brustabschnitts ist, dass sich bei einigen, hauptsächlich nachaktiven Faltern wie Eulen und Bärenspinnern dort Hörorgane befinden, die die Ultraschalllaute von Fledermäusen wahrnehmen können.

Im Hinterleib befinden sich die lebenswichtigen Organe und die Fortpflanzungsorgane, auch hier können Duftstoffe abgesondert werden.


Metamorphose - Die Entwicklung der Schmetterlinge

Der Gestaltwandel, den auch andere Insekten wie Zweiflügler und Käfer durchlaufen, besteht aus verschiedenen Stadien (Ei, Larve/Raupe, Puppe, Imago – ausgewachsenes Insekt). 

Die Eiablage des Weibchens erfolgt in der Regel an oder in der Nähe der Nahrungspflanzen. Die Eier weisen eine enorme Formenvielfalt auf und werden entweder einzeln (häufig) oder in Gruppen abgelegt. In diesem Stadium verbleiben diese ca. 1-3 Wochen.

Im Stadium der Raupe wird Nahrung aufgenommen, um das Körpervolumen zu vergrößern und einfach zu wachsen, dabei häuten sie sich mehrfach und verändern teilweise auch ihre Farbe. Dies zieht sich meistens über mehrere Monate.

Bevor ein wunderschöner Schmetterling schlüpft, erfolgt noch das Stadium der Puppe. Es ist eine Ruheperiode, in der die letzten Entwicklungsprozesse stattfinden, indem sich ein kompletter Organismus neu bildet. Dabei werden bei den Tagfaltern im Großen und Ganzen zwei Typen unterschieden – die baumelnden Stürzpuppen oder die anliegenden Gürtelpuppen. Bei den Nachtfaltern liegen die Puppen entweder frei am Boden oder sind in einem Gespinst (Kokon- aus Spinnseide) eingebunden. In diesem letzten Stadium verweilen sie ca. 2- 4 Wochen.

Nach dem Schlüpfen aus der Puppe, benötigt der Falter noch einige Stunden, bis er fliegen kann, denn seine Flügeladern müssen erst mit Körperflüssigkeit aufgepumpt werden.

 

Das Faszinierende an diesen Geschöpfen ist dieser enorme Entwicklungszyklus, der in der Regel nach der Paarung und Eiablage für die meisten Schmetterlinge schon bald wieder beendet ist.

 



TAGFALTER

  • BLÄULINGE
  • DICKKOPFFALTER
  • EDELFALTER - AUGENFALTER (Links)
  • RITTERFALTER
  • WEISSLINGE

Die meisten Tagfalter verbringen den größten Teil ihres Lebens als Raupe und nur wenige Wochen als Schmetterling - für die Paarungszeit.

NACHTFALTER

  • BÄREN
  • (HOLZ-), (WURZEL-) BOHRER
  • EULENFALTER
  • (GLAS-), (SICHEL-) FLÜGLER
  • GLUCKEN
  • MOTTEN
  • SACKTRÄGER
  • (FENSTER-) SCHWÄRMER
  • SPANNER
  • (AUGEN-), (MOTTEN-), (PROZESSIONS-), (TRÄG-), (WOLLRÜCKEN-) &(ZAHN-) SPINNER
  • WIDDERCHEN

Die meisten Arten sind Nachtfalter - von den 4000 Arten sind es etwa 3800 und nur 200 Tagfalter. Nachtfalter kennen wir hauptsächlich in Form von hereinfliegenden "Motten", wenn man das Licht an hat und lüftet. Auch jene, mit denen manch einer seine eigenen schlechten Erfahrungen gemacht haben wie Mehlmotten, Kleidermotten & Co Gehören zu den Schmetterlingen.

Doch auch hier ist -  abgesehen von den lustigen Bezeichnungen - die Artenvielfalt immens und besonders die Raupen von ihnen beeindrucken mit interessanten Formen und Farben. Die Falter kann man manchmal nur an filigranen Zeichnungen auf den Flügeln unterscheiden. Auch ihre Gesichter sind es definitiv wert, mal mit einem Makroobjektiv näher betrachtet zu werden.


Familien & Artenporträts

Bläulinge

Lycaenidae

 

Auch wenn dies der Name gleich vermuten lässt, sind nicht alle Falter dieser Familie blau. Bei den wirklich blauen Exemplaren sind es dann in der Regel nur die Männchen, die in einem schillernden Blau auftreten. In Mitteleuropa existieren ca. 45 verschiedene Arten.

Kleiner Feuerfalter

Lycaena phlaeas

engl.: small copper

 

Häufigkeit & Schutzstatus: weit verbreitet (§)

Größe (Flügelspannweite): 2,2-2,7 cm

Falter: orangerote Flügeloberseiten mit braunem Saum und schwarzen würfeligen Flecken, braune Hinterflügel mit orangener Binde 

Raupe: grün, 1,5 cm lang, leicht rötliche Rückenlinie, asselförmig

Beobachtungshinweise:

Vorkommen: offene Stellen, Sandgebiete, Wegränder

Flugzeit: April – Oktober

Raupenstadium: Januar bis Dezember

Nahrungspflanzen der Raupe: Kleiner und Großer Sauerampfer, Stumpfblättriger Ampfer

Nektarpflanzen: Gewöhnlicher Dost, Rainfarn, Thymian, Habichtskraut, Wasserdost

Verhalten: sehr lange Flugzeit mit bis zu 4 Generationen

Marburg: Am Kombacher Hirschstein bei Biedenkopf, am Wollenberg bei Sterzhausen

Kleiner Sonnenröschenbläuling

Aricia agestis

engl.: brown argus

 

Häufigkeit & Schutzstatus: weit verbreitet

Größe (Flügelspannweite): 2,2-2,7 cm

Falter: dunkelbraune Flügeloberseiten mit orangeroten Binden an allen Flügeln 

Raupe: gelbgrün, 1,3 cm lang, manchmal mit rötlicher Seiten- und Rückenlinie, asselförmig

Beobachtungshinweise:

Vorkommen: sonnige, trockene Stellen

Flugzeit: Mai – September

Raupenstadium: Juni bis Mai

Nahrungspflanzen der Raupe: Sonnenröschen, Kleiner Storchschnabel, Reiherschnabel

Nektarpflanzen: Dost, Flockenblume, Heidekraut, Hornklee, Kartäusernelke, Reiherschnabel, Storchschnabel

Verhalten: 2 -3 Generationen

Marburg: Am Kombacher Hirschstein bei Biedenkopf



Dickkopffalter

Hesperiidae

 

Diese Familie ist insgesamt eher kleiner und kompakter. Im Sitzen breiten sie meist ihre Vorder- und Hinterflügel aus. Auch die Raupen sind etwas dicker als andere und meist flaumig behaart. In Mitteleuropa kommen etwa 30 Arten vor.

Gelbfleckiger Dickkopffalter

Carterocephalus palaemon

engl.: chequered skipper

 

Häufigkeit & Schutzstatus: Ziemlich häufig

Größe (Flügelspannweite): 2,2-2,8 cm

Falter: dunkelbraune Flügel mit gelben Würfelflecken, Unterseite der Hinterflügel heller mit dunkel umrandeten weißgelben Flecken

Raupe: hellgrün, 2,3 cm lang, dunkel und hell längs gestreift und schwarzem Kopf, sowie schwarzem Fleck am Ende

Beobachtungshinweise:

Vorkommen: Heideflächen, Moorwiesen, Waldlichtungen

Flugzeit: April – Juli

Raupenstadium: Juli bis April

Nahrungspflanzen der Raupe: Pfeifengras, Knäuelgras, Landreitgras

Nektarpflanzen: auf Blüten eines wechselnden Mosaiks aus offenen und schattigen Flächen, u.a. den kriechenden Günsel

Verhalten: diese Art kann sehr schnell fliegen

Marburg: Naturschutzgebiet „Franzosenwiesen“ im Burgwald

Gewöhnlicher Würfelfalter

Pyrgus malvae

engl.: grizzled skipper

 

Häufigkeit & Schutzstatus: weit verbreitet, aber im Rückgang (§)

Größe (Flügelspannweite): 1,8-2,2 cm

Falter: schwarzbraune Flügeloberseite mit weißen Würfelflecken 

Raupe: gelblich grün, 1,9 cm lang, dunkle Rückenlinie, feine, weiße Behaarung

Beobachtungshinweise:

Vorkommen: Feuchtgebiete, Flachmoore, Trockenwiesen, Wegböschungen

Flugzeit: April – Juli

Raupenstadium: Juni bis August

Nahrungspflanzen der Raupe: nur Rosengewächse wie Rötliches Fingerkraut, Mädesüß, Odermennig, Kleiner Wiesenknopf

Nektarpflanzen: u.a. Hornklee, Löwenzahn

Sonstiges: der botanische Artname „malvae“ ist irreführend, da er leider nicht stimmt und dieser Falter nicht an Malven geht

Marburg: Am Kombacher Hirschstein bei Biedenkopf



Edelfalter

Nympahlidae

 

Neben den noch folgenden Ritterfaltern weist diese Familie mit die edelsten und schönsten Falter auf. Mittlerweile werden hier die Augenfalter dazugezählt, die früher noch eine eigene Familie führten. Sie ernähren sich ausnahmslos von grasartigen Pflanzen. Sie sind sehr gut an ihren Augenflecken zu erkennen. Die Falter sind aber in der Regel nur braun. Auch andere Familien weisen "Augen" auf, wie das Tagpfauenauge. Auch die Wanderfalter (Link) (Danaideae) bilden eine Unterfamilie der Edelfalter.

Waldbrettspiel - Laubfalter

Pararge aegeria

Unterfamilie: Augenfalter

engl.: speckled wood

 

Häufigkeit & Schutzstatus: Ziemlich häufig
Größe (Flügelspannweite): 3-4 cm

Falter: dunkelbraune Flügel, kleine Augenflecken auf den Hinterflügeln, violett schimmernder Außenrand

Raupe: hellgrün, 2,7 cm lang, dunklem Rückenstreifen mit heller Einfassung, leichte Behaarung

Beobachtungshinweise:

Vorkommen: lockere Wälder (insbesondere Eichen- und Buchenbestände), Waldränder, Obstgärten

Flugzeit: April - September

Raupenstadium: Mitte April bis Mitte Oktober

Nahrungspflanzen der Raupe: Süßgräser - Fiederzwenke, Landreitgras, Pfeifengras; Sauergräser - Waldsegge

Nektarpflanzen: Er hält sich selten auf Blüten auf, eher bediente er sich an Baumsäften, überreifem Obst

Verhalten: er sitzt häufig auf Blättern und verteidigt sein Revier auch mal durch einen Luftkampf mit anderen Männchen; am Waldboden ist er hervorragend getarnt

Marburg: in den Wäldern des Wollenbergs bei Sterzhausen oder des Eisenbergs bei Michelbach

Schachbrettfalter - Damenbrett

Melanargia galathea

Unterfamilie: Augenfalter

engl.: marbled white

 

Häufigkeit & Schutzstatus: Ziemlich häufig
Größe (Flügelspannweite): 3-5 cm

Falter: charakteristische schwarz-weißes Schachbrettmuster, kleine Augenflecken auf den Hinterflügeln
Raupe: grün, hellbraun oder gelbbraun mit hellbraun abgesetztem Kopf, 2,8 cm lang, dunkle Rückenlinie mit hellen und dunklen Seitenstreifen

Beobachtungshinweise:

Vorkommen: Wiesen & Waldlichtungen

Flugzeit: JuniAugust

Raupenstadium: August bis Mitte Juni

Nahrungspflanzen der Raupe: Süßgräser - Fiederzwenke, Knäuelgras, Wiesen-Rispengras, Aufrechte Trespe

Nektarpflanzen: Disteln, Flockenblumen, Knautie (Witwenblume), Skabiosen

Verhalten: die Männchen sitzen nicht tatenlos rum, sondern fliegen aktiv auf der Suche nach Weibchen durch die Wiesen; die Falter halten gerne abendliche Schlafgemeinschaften auf Blüten ab

Marburg: am Kombacher Hirschstein, an der Brachehöll bei Niedereisenhausen und im Ewigen Tal von Michelbach


Großes Ochsenauge

Maniola jurtina

Unterfamilie: Augenfalter

engl.: Meadow brown

 

Häufigkeit & Schutzstatus: Ziemlich häufig
Größe (Flügelspannweite): 4-4,8 cm

Falter: dunkelbraune Flügel, bei den Männchen mit schwarzem Duftschuppenfleck und hell umrandeten kleinem Augenfleck, bei den Weibchen mit orangenem Fleck und weiß gekerntem Auge

Raupe: hellgrün, 2,5 cm lang, hellem Rückenstreifen und weißen Haaren

Beobachtungshinweise:

Vorkommen: offenes, trockenes Gelände, Trockenwiesen, Waldränder, am Rand von Mooren

Flugzeit: Juni - September

Raupenstadium: Januar bis Dezember

Nahrungspflanzen der Raupe: Süßgräser - Wolliges Honiggras, Wiesen-Rispengras, Schafschwingel, Aufrechte Trespe

Nektarpflanzen: Kratzdistel-Arten, Flockenblume, Dost, Ringelblume, Schafgarbe, Sommerflieder, Wasserdost, Brombeere, Weiß-Klee, Rot-Klee, Glocken-Heide, Tauben-Skabiose, Sandköpfchen, Thymian, Margerite, Rainfarn, Teufelsabbiss und Baldrian

Verhalten: an heißen Tagen verharren sie reglos im Schatten

Marburg: Kombacher Hirschstein

Dunkler Waldvogel - Schornsteinfeger

Aphantopus hyperantus

Unterfamilie: Augenfalter

engl.: ringlet

 

Häufigkeit & Schutzstatus: Ziemlich häufig
Größe (Flügelspannweite): 3,5-4,2 cm

Falter: dunkelbraune Flügeloberseite, beim Männchen mit schwachen Augenflecken, beim Weibchen mit 5 hell umringten Augenflecken und helleren Hinterflügeln

Raupe: graubraun bis hellrot, 2,5 cm lang, mit dunkler Rückenlinie und Punktierung, leicht behaart

Beobachtungshinweise:

Vorkommen: halbschattiges, offenes Gelände, Saumgesellschaften, Waldränder

Flugzeit: Juni - August

Raupenstadium: Juli bis Juni

Nahrungspflanzen der Raupe: Süßgräser - Knäuelgras, Landreitgras, Wiesen-Rispengras, Pfeifengras, Rotschwingel, Aufrechte Trespe; Sauergräser - Waldsegge

Nektarpflanzen: violette Blüten - Dost, Himbeere, Sumpf-Storchschnabel, Witwenblume sowie Jakobs-Kreuzkraut

Verhalten: sitzen hauptsächlich mit geschlossenen Flügeln, bei kühler Witterung auch mal mit Offenen

Marburg: Naturschutzgebiet Strickshute bei Frechenhausen


Perlgrasfalter - Weißbindiges Wiesenvögelchen

Coenonympha arcania

Unterfamilie: Augenfalter

engl.: pearly heath

 

Häufigkeit & Schutzstatus: weit verbreitet, im Rückgang, geschützt §
Größe (Flügelspannweite): 2,8-3,5 cm

Falter: ockerfarben bis orangebraune Flügel mit dunklem Rand, Hinterflügel eher dunkelbraun, weiße Querbinde auf den Hinterflügeln mit gelb und schwarz umringten Augenflecken mit weißem Kern, sowie einem weiteren größeren und kleineren Fleck in der Mitte und am Vorderflügel

Raupe: hellgrün, bis zu 2 cm lang, stärkerer und schwächerer weißer Seitenstreifen, rosa Zipfel am Hinterleib

Beobachtungshinweise:

Vorkommen: Sonnige Waldränder, lockere Wälder, verbuschte Trockenrasen

Flugzeit: Mai - August

Raupenstadium: Juli bis Juni

Nahrungspflanzen der Raupe: Süßgräser - Wolliges Honiggras, Schafschwingel

Nektarpflanzen: Klappertopf

Verhalten: an heißen Tagen verharren sie reglos im Schatten

Marburg: Kombacher Hirschstein

Kleiner Fuchs - Nesselfalter

Aglais urticae

Unterfamilie: Fleckenfalter

engl.: small tortoiseshell

 

Häufigkeit & Schutzstatus: häufig, mit dem Tagpfauenauge der verbreitetste Edelfalter
Größe (Flügelspannweite): 4-5 cm

Falter: leuchtend orangebraune Flügel mit einigen dunklen Flecken, mit blauer Zeichnung am hinteren Außenrand. Flügelunterseite unscheinbar braun

Raupe: schwarz, bis zu 3 cm lang, mit gelben Längsstreifen und feinen Pünktchen, sowie schwarzen Dornen

Beobachtungshinweise:

Vorkommen: offene Lebensräume

Flugzeit: Januar - Dezember

Raupenstadium: Mai bis August

Nahrungspflanzen der Raupe: ausschließlich die Große Brennnessel

Nektarpflanzen: Habichtskräuter, Huflattich, Kratzdistel, Leimkräuter, Salweiden, Schlüsselblumen, Seidelbast, Sommerflieder, Wasserdost, Witwenblumen

Verhalten: die Falter überwintern und können auch schon gesichtet werden, wenn noch Schnee liegt

Marburg: z.B. auf blütenreichen Wiesen an der Lahn, im Marbacher Wald und am Plaußdorfer Schloss bei Stadtallendorf

 

⁘ Botanisch benannt nach der jüngsten der "drei Grazien" ⁘


Kaisermantel - Silberstrich

Argynnis paphia

Tribus: Perlmuttfalter

engl.: silver-washed fritillary

 

Häufigkeit & Schutzstatus: noch ziemlich häufig
Größe (Flügelspannweite): 5,5-6,5 cm

Falter: leuchtend orangebraune Flügel mit überall dunklen Flecken und Streifen; die Unterseite ist grünlich mit silbrig weißen Schrägstreifen

Raupe: bis zu 2,8cm lang, dunkelbraun mit 2 gelben Rückenstreifen und hellbraunen Dornen

Beobachtungshinweise:

Vorkommen: Waldränder, feuchte & blütenreiche Waldlichtungen

Flugzeit: Juni bis September

Raupenstadium: August bis Juni

Nahrungspflanzen der Raupe: Raues Veilchen, andere Veilchenarten

Nektarpflanzen: Disteln, Flockenblumen, Kletten, Skabiosen, Wasserdost

Verhalten: Stimuliert das Weibchen vor der Paarung mit seinen Duftstoffen

Marburg: z.B. im Kernbachtal, bei Violas Ruh an den Lahnbergen

 

⁘ Er ist nach dem Zweitnamen der Göttin Aphrodite der griechischen Mythologie benannt. ⁘

C-Falter 

Polygonia c-album

engl.: comma

 

Häufigkeit & Schutzstatus: ziemlich häufig
Größe (Flügelspannweite): 4,2-5 cm

Falter: lauffallend gezackte Außenränder der Flügel, orangebraun mit helleren und dunkleren Flecken; Unterseiten unscheinbarer braun, aber mit einem deutlichen weißen "C"

Raupe: bis zu 3cm lang, schwarz braun gemustert, Hälfte weiß überzogen, weiße, gelbe und schwarze Dornen

Beobachtungshinweise:

Vorkommen: lockere Wälder, Waldränder, Streuobstwiesen

Flugzeit: Januar bis Dezember

Raupenstadium: Mai bis August

Nahrungspflanzen der Raupe: Brennnessel, Haselnuss, Hopfen, Salweide, Stachelbeere, Berg-Ulme

Nektarpflanzen: Disteln, Eisenkraut, Huflattich, Sommerflieder, Weidenkätzchen

Verhalten: Er ist im Herbst auch oft auf Fallobst anzutreffen

Marburg: z.B. in Gärten


Admiral

Vanessa atalanta

Wanderfalter

 engl.: red admiral

 

Häufigkeit & Schutzstatus: fast überall häufig
Größe (Flügelspannweite): 5-6 cm

Falter: dunkelbraune Mitte, schwarz Spitzen mit weißen Punkten, dazwischen und am unteren Rand orangene Streifen - hier sind noch kleine dunkle Punkte zu sehen und innen zwei blaue Flecken; Unterseite dunkel marmoriert

Raupe: bis zu 4cm lang, gelb-grau bis schwarz, seitlich helle Fleckenreihen, stachelig

Beobachtungshinweise:

Vorkommen: Waldränder, Streuobstwiesen, Gärten

Flugzeit: Januar bis Dezember

Raupenstadium: Mai bis August

Nahrungspflanzen der Raupe: hier nur die Große Brennnessel

Nektarpflanzen: reife Birnen und Pflaumen

Verhalten: überquert als Wanderfalter im Winter die Alpen nach Nordafrika oder Südeuropa; er zählt zu den Methusalems unter den Schmetterlingen und kann bis zu 280 Tage alt werden
Marburg: z.B. beim Rosenpfad oberhalb von Ockershausen, im Wald von Langenstein

 

Landkärtchen

Araschnia levana

Unterfamilie: Fleckenfalter

engl.: map

 

Häufigkeit & Schutzstatus: fast überall ziemlich häufig
Größe (Flügelspannweite): 2,8-4 cm

Falter:  Die Frühlings- und Sommergenerationen unterscheiden sich immens voneinander (Saisondimorphismus); Frühjahr - braunorange mit schwarzer Fleckenzeichnung und blauen Flecken am Rand; Sommer - schwarze Grundfarbe mit weißen Flecken, weißer Binde und roten Fleckenreihen; die Unterseite ist jeweils rotbraun mit feinen, weißen Linien wie bei einer Landkarte

Raupe: bis zu 2,2 cm lang, schwarz mit feiner heller Fleckenreihe, stachelig

Beobachtungshinweise:

Vorkommen: Wald- und Wegränder, auch im Schatten

Flugzeit: April bis September

Raupenstadium: Mai bis September

Nahrungspflanzen der Raupe: hier nur die Große Brennnessel

Nektarpflanzen: Brombeeren, Disteln

Verhalten: als einziger Tagfalter legen die Weibchen die Eier in Türmchen an der Nahrungspflanze ab

Marburg: z.B. im Kernbachtal


Kleiner Perlmuttfalter - Wander-Perlmuttfalter

Issoria lathonia

Wanderfalter

engl.: Queen of Spain fritillary

 

Häufigkeit & Schutzstatus: fast überall häufig
Größe (Flügelspannweite): 5-6 cm

Falter: dunkelbraune Mitte, schwarz Spitzen mit weißen Punkten, dazwischen und am unteren Rand orangene Streifen - hier sind noch kleine dunkle Punkte zu sehen und innen zwei blaue Flecken; Unterseite dunkel marmoriert

Raupe: bis zu 4cm lang, gelb-grau bis schwarz, seitlich helle Fleckenreihen, stachelig

Beobachtungshinweise:

Vorkommen: Waldränder, Streuobstwiesen, Gärten

Flugzeit: Januar bis Dezember

Raupenstadium: Mai bis August

Nahrungspflanzen der Raupe: hier nur die Große Brennnessel

Nektarpflanzen: reife Birnen und Pflaumen

Verhalten: überquert als Wanderfalter im Winter die Alpen nach Nordafrika oder Südeuropa

Marburg: z.B. beim Rosenpfad oberhalb von Ockershausen, im Wald von Langenstein

Tagpfauenauge

Inachis io

engl.: European peacock

 

Häufigkeit & Schutzstatus: fast überall häufig
Größe (Flügelspannweite): 5-6 cm

Falter: Rostrote Oberseite mit je einem großen Augenfleck, Unterseite grau schwarz marmoriert

Raupe: bis zu 4,2cm lang, schwarz mit feiner heller Punktierung und schwarzen Dornen

Beobachtungshinweise:

Vorkommen: Waldnähe, Gärten

Flugzeit: Januar bis Dezember

Raupenstadium: Mai bis September

Nahrungspflanzen der Raupe: hier nur die Große Brennnessel

Nektarpflanzen: Klee, Salweiden

Verhalten: Große Augen wirken abschreckend auf Fressfeinde, die zusammengefalteten Augenflügel punkten durch ihre braune Farbe als blattähnliche Tarnung



Ritterfalter

Papilionidae

 

Zu dieser Familie gehören die eindrucksvollsten und wunderschönsten Schmetterlinge. Bunt, groß und auffällig.

Die Raupen habe alle gelb-orangene Nackengabeln, die beim Hervorstülpen einen unangenehmen Geruch verströmen.

In Mitteleuropa haben wir nur 6 Arten, weltweit lassen sich ihnen jene der größten Schmetterlinge zuordnen, die bis ca. 30 cm groß sein können.

Schwalbenschwanz

Papilio machaon

engl.: Old World swallowtail

 

Häufigkeit & Schutzstatus: nicht selten, aber geschützt §
Größe (Flügelspannweite): 5-7,5 cm

Falter: satt gelbe Flügeloberseiten mit schwarzer Zeichnung, kurze schwalbenschwanzähnliche Verlängerungen an den Hinterflügeln, blauer Färbung an den Außenrändern und je einem rot gerandeten Augenfleck

Raupe: bis zu 4,5 cm lang, glatt, ohne Haare, hellgrün mit orangeroter schwarzer Musterung und orangener Nackengabel

Beobachtungshinweise:

Vorkommen: sonniges, offenes Gelände, Wegränder, Trockengelände, Magerrasen, Gärten

Flugzeit: April bis September

Raupenstadium: Juni bis Oktober

Nahrungspflanzen der Raupe: Doldengewächse wie Bärwurz, Kleine Bibernelle, Fenchel, Wiesen-Kümmel, Wilde Möhre, Pastinak; Weinraute

Nektarpflanzen: an violetten Blüten wie Eisenkraut, Flockenblumen, Rot-Klee und Sommerflieder

Verhalten: Die Falter versammeln sich zu einer Art Gipfelbalz - genannt "Hilltopping"

Marburg: z.B. rund um die Amöneburg - perfekt passend zu ihrem Balzverhalten an Hügeln und Burgruinen und Vorkommen auf Magerrasen



Weißlinge

Pieridae

 

Manche ihre Vertreter zählen zu den uns bekanntesten Schmetterlingen, wie dem Zitronenfalter oder den Kohlweißlingen. Die Falter sind alle hell - gelb oder weiß. Die Raupen sind klein, und hauptsächlich grün und schwach behaart. Bei uns kommen nur ca. 15 Arten vor.

Zitronenfalter

Gonepteryx rhamni

engl.: common brimstone

 

Häufigkeit & Schutzstatus: überall verbreitet & häufig
Größe (Flügelspannweite): 5-5,5 cm

Falter: Männchen gelb, Weibchen weiß-grünlich, Vorder- und Hinterflügel jeweils in einem kleinen Zipfel verlängert

Raupe: klein und grün mit heller deutlicher Seitenlinie

Beobachtungshinweise:

Vorkommen: Wälder, Gebüsche & Waldränder

Flugzeit: Juli bis Juni

Raupenstadium: Mai bis Juli

Nahrungspflanzen der Raupe: Kreuzdorngewächse wie Faulbaum oder Echter Kreuzdorn

Nektarpflanzen: z.B. Kratzdisteln und Sommerflieder

Verhalten: Die Falter überwintern als einzige mitteleuropäische Schmetterlingsart komplett ungeschützt in der freien Natur, im Laub oder auf Stechpalme

Aurorafalter

Anthocharis cardamines

engl.: orange tip

 

Häufigkeit & Schutzstatus: ziemlich häufig
Größe (Flügelspannweite): 3,5-4,5 cm

Falter: weiße Falter mit orangenem Teil an den Vorderflügeln und je einer schwarzen Spitze; den Weibchen fehlen die orangenen Flecken, beide Geschlechter sind auf der Unterseite grün marmoriert

Raupe: bis zu 3cm lang, schmal, blaugrün mit mit seitlichen weißen Streifen

Beobachtungshinweise:

Vorkommen: Feuchtwiesen, Gärten & Waldränder

Flugzeit: März bis Juni

Raupenstadium: Mai bis August

Nahrungspflanzen der Raupe: Ackersenf, Hellerkraut-Arten, Knoblauchsrauke, Meerrettich, Bitteres Schaumkraut, Wiesen-Schaumkraut, Silberblatt

Nektarpflanzen: Kriechender Günsel, Sternmiere, Weißdorn, sowie auch Knoblauchsrauke und Wiesen-Schaumkraut

Verhalten: Die Falter fliegen nur im Frühling in einer Generation

Marburg: z.B. am gebrannten Berg rund um das Behring-Mausoleum oder nahe Weifenbach bei Biedenkopf

 

⁘ Er wurde nach der griechischen Göttin der Morgenröte benannt. ⁘


Kleiner Kohlweißling

Pieris rapae

engl.: small white

 

Häufigkeit & Schutzstatus: einer der häufigsten Schmetterlinge
Größe (Flügelspannweite): 4-5 cm

Falter: Männchen weiß mit schwarzem kleinen Fleck an den Vorderflügeln und schwarze Vorderflügelspitzen, Weibchen weiß mit zwei schwarzen Punkten und gelblicher Flügelunterseite; ähneln sehr dem Großen Kohlweißling, dieser ist aber erstens größer, hat einen größeren schwarzen Fleck und mehr Schwarzfärbung an den Flügelspitzen;

eine Verwechslung kann zudem mit dem auf den ersten Blick sehr ähnlich aussehenden Grünader-Weißling entstehen

Raupe: bis 2,5cm lang mit dünner, gelblicher Rückenlinie

Beobachtungshinweise:

Vorkommen: in offenem Gelände, Gärten, Landwirtschaftsflächen

Flugzeit: April bis Oktober

Raupenstadium: Juni bis Oktober

Nahrungspflanzen der Raupe: Ackersenf, Hederich, Gemüsekohl, Kapuzinerkresse, Knoblauchsrauke, Raps, Gelber Wau

Nektarpflanzen: Echten Arznei-Baldrian, Blutweiderich, Disteln, Wiesen-Flockenblumen, Lavendel, Wiesen-Salbei, Schmetterlingsflieder, Wasserdost

Verhalten: fliegt jährlich in bis zu 4 Generationen; die grünen Eier werden einzeln abgelegt

Großer Kohlweißling

Pieris brassicae

engl.: large white

 

Häufigkeit & Schutzstatus: noch häufig, aber überall zurückgehend
Größe (Flügelspannweite): 5-6,5 cm

Falter: Männchen weiß mit größerem schwarzen Fleck an den Vorderflügeln und stärkerer Schwarzfärbung an den Vorderflügelspitzen, Weibchen weiß mit zwei schwarzen, großen Punkten und gelblich-weißer Flügelunterseite

Raupe: bis 4cm lang grün-gelblich mit schwarzen Punkten und gelber Rückenlinie, wirkt ziemlich bunt

Beobachtungshinweise:

Vorkommen: Gärten, Gemüsefelder, seltener auf Blühwiesen und Trockenrasen

Flugzeit: April bis August

Raupenstadium: Mai bis Oktober

Nahrungspflanzen der Raupe: Hederich, Gemüsekohl, Kapuzinerkresse, Raps

Nektarpflanzen: Echten Arznei-Baldrian, Blutweiderich, Disteln, Wiesen-Flockenblumen, Lavendel, Wiesen-Salbei, Wiesen-Schaumkraut, Schmetterlingsflieder, Wasserdost

Verhalten: fliegt jährlich in 3 Generationen, je Generation werden es dann immer mehr; die gelben Eier werden in Gruppen abgelegt


Feinde, Tarnung & Täuschungsmanöver

◆ Fledermäuse - die meisten Nachtfalter können die Ultraschalltöne der Fledermäuse wahrnehmen und ihnen so noch rechtzeitig ausweichen

◆ Vögel (häufig Blau- und Kohlmeise) – durch Taumelflug, eine unvorhersehbare Flugbahn ausweichen; einige Raupen sondern Senföle, sind in Farbe oder Form tarnend oder abschreckend, manche Raupen und Puppen ähneln Blättern oder Ästen

◆ Spinnen (z.B. Krabbenspinne, Kreuzspinne) – lauern auf oder zwischen den Blüten

◆ Wespen & Hornissen - wartenan Saugstellen von Bäumen – als Zufallsbeute oder spezialisierte parasitäre Wespen (Grabwespen, wie die Silbermundwespe Lestica subterranea, Brackwespe Apanteles glomeratgor) – Parasiten entwickeln sich in allen Stadien bevor der Falter schlüpfen kann, und können ganze Populationen eliminieren

So grausam es auch klingt, dieses Wirkungsgefüge hat sich über die Jahre der Evolution entwickelt und sorgt für die Regulierung der verschiedenen Arten.

◆ Raubfliegen, Raupenfliegen, Libellen, Igel, Blindschleichen uvm.

◆ Aber auch wir Menschen sind eine Bedrohung, durch zu viel tun, nichts tun oder das Falsche tun, Entwässerung von Feuchtgebieten, Intensivierung der Landwirtschaft – vielschichtige Veränderungen in der Umwelt, künstliche Lichtquellen

 

Einen Einblick in die Gefährdungslage bieten uns die Roten Listen, mehr als 50% der heimischen Arten sind somit gefährdet.


Schmetterlingsweiden im eigenen Garten

Wer seinen eigenen Beitrag zum Fortbestand unserer Schmetterlinge und auch anderer Insekten leisten möchte, kann dies mit kleinem Aufwand im eigenen Garten oder auch schon auf dem Balkon  tun und wird umso mehr belohnt. Im Handel gibt es eine ganze Reihe an Pflanzen, die Schmetterlinge magisch anziehen. Generell ist zu beachten, dass sie den Nektar aus ungefüllten Blüten bevorzugen. Sie gehen außerdem nach ihrem Geruchssinn, was für duftende Blüten spricht. Wählt am besten leuchtende Farben, Ab einer Entfernung von 3-5 Metern erkennen sie Farben, den Geruch nehmen sie schon aus weiterer Entfernung wahr.


Einige Beispiele:

Astern, Distelarten (z.B. Kugeldistel besonders wegen Duft und Farbe), Engelwurz, Fetthenne, Flockenblumen, Karde, Kartäusernelke, Klee, Kornblumen, Lavendel (Nektar mit 48% Zucker), Liguster, Margerite, Nachtkerze (magische Anziehungskraft für viele nachtfalter), Natternkopf Oregano, Phlox, Rainfarn, Sommerflieder, Sonnenhut, Telekie, Thymian, Wiesen-Salbei, Witwenblumen (Schmetterlings-Magnet für bis zu 56 Tagfalter)

 

Wichtig ist es außerdem, die geeigneten Nahrungspflanzen der Schmetterlingsraupen in der Nähe zu haben. Dies ist zum Beispiel die Brennnessel, von der sich die Raupen von ganzen 41 Tagfaltern ernähren! Oder auch Dill, Fenchel, Klee, Wicken, Veilchen, Sauerampfer. Beliebt sind außerdem unsere heimischen Süßgräser wie Pfeifengras, Landreitgras oder Schafschwingel.

 

Zusätzlich eigenen sich glatte Steine mit kleinen Furchen als Wasserstellen für die Falter. Hecken und Schmetterlingshäuschen liefern Verstecke und Rückzugsorte.


Buchquellen:

Der Kosmos-Insektenführer, 2018, Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG, Stuttgart
Der Kosmos-Schmetterlingsführer, 2016, Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG, Stuttgart

Der Kosmos-Schmetterlingsführer, 1980, Franckh'sche Verlagshandlung, W. Keller & Co., Stuttgart


Die Fledermäuse

Microchiroptera


Die geheimnisvollen Wesen der Nacht, die kopfüber in Höhlen schlafen, galten lange Zeit als Symbol der Unterwelt, des Todes und sogar des Teufels. Heute erfreut sich die Fledermaus wieder eines besseren Rufes.

In Marburg wird der Fledermaus-Schutz sehr groß geschrieben.


Überblick

  • Fledermäuse sind hier bei uns als einziges Säugetier flugfähig
  • Man zählt sie zusammen mit den Flughunden zur Ordnung der Fledertiere
  • Fledermäuse können teilweise bis zu 30 Jahre alt werden
  • Weltweit gibt es ca. 1300 verschiedene Arten, davon kommen 19 in Hessen vor und wiederum 13 in Marburg
  • Alle hier lebenden Arten sind streng geschützt
  • Fledermäuse sind wertvolle Nützlinge, sie jagen pro Kopf pro Jahr ungefähr eine halbe Million Insekten, darunter auch die Stechmücken; ihr Kot ist guter Blumendünger

Historisches

  • Fledermäuse existieren seit mehr als 50 Mio. Jahren. Ihr Erfolgsrezept ist dabei, dass sie eine biologische Nische gefunden haben - nämlich den Luftraum der Nacht
  • Sie kommen auf der ganzen Welt vor, mit Ausnahme der Antarktis. Auf Neuseeland waren sie vor den Menschen die einzigen Säugetiere
  • Bis ins 18. Jahrhundert ordnete man sie wie die Eulen als nachts gut sehende Wesen ein, bis Donald Griffin im 20. Jahrhundert dem Echoortungssystem auf die Spur kam
  • Besonders durch das lang verborgene Geheimnis ihrer Lebensweise haftete ihnen etwas Unheimliches und Negatives an und sie wurden häufig mit dem Teufel in Verbindung gebracht

Symbolik & Aberglauben

  • Die Fledermaus wurde jedoch nicht in allen Kulturen gefürchtet. Das Unerklärliche führte zum Beispiel bei den Maya dazu, dass sie als Gottheiten verehrt wurden. In China gelten sie bis heute als Glückssymbol. Auch in Bosnien und Herzegowina brachten Fledermäuse, die sich in ein Haus eingenistet haben, Glück und durften dort wohnen bleiben
  • Man assoziierte sie, besonders wegen einer speziellen Art unter ihnen, der blutsaugenden Vampirfledermaus, auch gerne mit Vampiren
  • Heute hat sich die Sicht auf dieses mystische Wesen erheblich verändert. Man verknüpft es nun mit etwas Faszinierendem und Geheimnisvollem


Fledermaus-Arten und -quartiere in Marburg

Das Marburger Land bietet dank seiner Vielseitigkeit und zahlreicher Schutzgebiete vielen Fledermausarten ausgezeichnete Lebensbedingungen - als Brutstätten, Jagdreviere oder Sommer- und Winter-Quartiere. Das Marburger Schloss zum Beispiel ist das größte Winterquartier der Zwergfledermaus in ganz Deutschland. Hier ist sogar ein "Bat-Detektor" aufgestellt, an dem man die Fledermausrufe hören kann.

Außer an den nachfolgend beschriebenen Orten, bewohnen die Fledermäuse auch den Dachstuhl des Michelchens, die Elisabethkirche, die Cappeler Stollen (ehemalige Eiskeller der Marburger Brauerei) und die Tannhäuser Stollen in der Nähe der Waggonhalle.

Mopsfledermaus

Barbastella barbastellus

 

Sie zählt zu den sehr seltenen Fledermausarten und wiegt nur 7 bis 10g. Sie tragen eine einheitlich dunkle Färbung. Ihr Lebensraum ist der Wald, vereinzelt sind aber auch Hecken oder Gärten möglich. Quartiere werden bevorzugt in naturnahen und strukturreichen Wäldern mit hohem Alt- und Totholzanteil gesucht.

Sie steht auf der Roten Liste der stark gefährdeten Arten. In Marburg kommt sie z.B. am Marburger Rücken vor. Sie ist Fledermaus der Jahre 2020-2021.

Bechsteinfledermaus

Myotis bechsteinii

 

Sie wird als seltene Art eingeordnet und steht ebenfalls auf der Roten Liste.

Wie die Mopsfledermaus liegt ihr Gewicht zwischen 7 und 10g. Ihr Markenzeichen sind auffällig lange, abstehende Ohren. Sie trägt ein verschiedenfarbiges Fellkleid von braun über rotbraun bis beige oder grau. Ihr bevorzugter Lebensraum sind Eichenwälder. In Marburg nutzen sie den Dammelsberg als Wochenstube und Jagdrevier. Auch das Flora-Fauna-Habitat (FFH)-Gebiet "Kleine Lummersbach" bietet dank des alten Baumbestandes hervorragende Lebensbedingungen für sie.

Zwergfledermaus

Pipistrellus pipistrellus

 

Die Zwergfledermaus zählt zu den sehr häufigen Arten und ist mit 3 bis 7g viel leichter und kleiner als andere Fledermäuse. Sie hat sehr kleine, runde Ohren und dunkelbraunes bis rotbraunes Fell.

Sie sucht sich Quartiere in Baumhöhlen, Felsspalten und Gebäuden. Ansonsten ist sie bei der Wahl ihres Lebensraumes nicht sehr anspruchsvoll und lebt oft auch in Innenstädten. Trotz ihrer Häufigkeit steht auch sie auf der Roten Liste durch langfristig starken Rückgang.



Quartiere am Marburger Rücken


Alte Bunkeranlagen am Marburger Rücken nahe des Naturfreundehauses am Ortsausgang der Marbach nutzen Fledermausarten wie die Mopsfledermaus, die Bechsteinfledermaus und das Große Mausohr als Winterquartier.

Dieses Gebiet ist Bestandteil des  Flora-Fauna-Habitat (FFH) – Gebiet „Lahnhänge zwischen Biedenkopf und Marburg“ und erfüllt als naturnahes Waldgebiet mit vielfältiger Waldstruktur die speziellen Lebensraumansprüche von Fledermäusen. 

 

Bei GoogleMaps ansehen


 

„Die Fledermaus“

 

von Johann Wilhelm Ludwig Gleim, 

 deutscher Anakreonitiker, Epigramm- und Fabeldichter 


Quartiere am Dammelsberg

Als Teil des Schutzgebietes „Dammelsberg und Köhlersgrund“ ist besonders die Kuppe des Dammelsberg durch den alten Eichenbestand hervorzuheben. Das viele Alt- und Totholz und die mittlerweile entstandenen Baumhöhlen, sind nicht nur für Hirschkäfer ein wertvoller Lebensraum. Auch bedrohten Fledermausarten bietet das bewaldete Gebiet geeignete Brutstätten und Jagdrevier wie zum Beispiel der Bechsteinfledermaus. Zusätzliche Fledermauskästen unterstützen dabei.

Einst stand hier im 13. Jahrhundert die "Cassenburg", von der aber heute nichts mehr zu sehen ist.

Seit Ende des 18. Jahrhunderts wurde der Dammelsberg bereits als Waldpark für die Marburger Bürger genutzt.

 

Das Betreten des Kernbereiches wird allerdings durch akute Lebensgefahr von herabfallenden Ästen nicht empfohlen.


Hilfe für die Nachtschwärmer

Wer selbst Fledermäuse im eigenen Garten oder Dachboden hat, oder sie ansiedeln möchte, kann mit einfachen oder auch aufwändigeren Maßnahmen die kleinen Tiere unterstützen. Bevor Umbaumaßnahmen stattfinden, sollte man zuerst mögliche Quartiere ausschließen, oder diese sogar mit einplanen. Ausführliche Informationen findet ihr hier.


Quellen: 

"Die Fledermäuse Europas kennen, bestimmen, schützen", C. Dietz & A. Kiefer, 2014, Stuttgart

www.marburg.de
www.nabu.de


Kommentare: 9
  • #9

    Anja Michel (Sonntag, 04 August 2024 21:55)

    Findet der mittelaltermarkt am 7./8.9. in Marburg dieses Jahr statt?
    Ich habe im Internet widersprüchliche Informationen gefunden.
    Viele Grüße, Anja

  • #8

    Anise (Freitag, 23 Februar 2024 21:52)

    Wow, breathtaking vibes and Spots Full of Energy.
    Keep up with the good work..
    See you soon


  • #7

    Victoria lavinn (Mittwoch, 06 Dezember 2023 18:07)

    This page is just wonderful! So much worth,time and love put together. The products, Juwelier,the recipe’s, all together combined in such beautiful place. Marburg ❤️

  • #6

    Andreas Matusch, Marbach (Montag, 26 Dezember 2022 18:34)

    Glückwunsch zu dieser Sammlung dramatisch schöner Fotos unserer Dramatisch schönen Märchenlandschaft direkt vor der Haustüre in Preisverdächtiger Webseitengestaltung. Diese Natur- und Kulturschätze, die Fülle des Lebens darin gilt es zu erhalten und zu verteidigen. Dafür kämpfen viele andere seit Jahrzehnten, ich seit nunmehr 13 Jahren mit zunehmend professioneller Bauverhinderung. Ihre Bilder zeigen - es Lohnt sich, es war richtig so.

  • #5

    VIBE (Montag, 28 November 2022 11:39)

    die Bestellung hat super schnell und reibungslos geklappt !

  • #4

    Sina (Dienstag, 08 November 2022 14:38)

    Wow!!!
    Das ist so eine tolle Homepage und lässt Marburg in ganz neuen Farben erstrahlen!
    Ich freue mich schon auf den Schmuck! :-)
    Viele liebe Grüße

  • #3

    Inari (Donnerstag, 08 September 2022 15:42)

    danke für die kurzweil, dabei länger Geblieben als gedacht. !
    Jetzt auch wieder auf dem weg.

  • #2

    Heimdall (Mittwoch, 27 April 2022 21:28)

    danke für den magischen Austausch.

  • #1

    Hekate (Mittwoch, 27 April 2022 12:39)

    Auf der durchreise Rast bei dir gemacht.